Manchmal sind es genau diese Abende, die hängen bleiben: Man sitzt mit einem Freund in einer Kneipe, redet drauflos, springt gedanklich von Thema zu Thema und merkt irgendwann, dass man schon seit Stunden lacht. Genau dieses Gefühl stellte sich am Freitag im Kontakthof ein – nur dass der „Kumpel“ diesmal auf der Bühne stand und sein Geplauder offiziell Solo-Programm nannte. David Kebe schaffte es mühelos, Nähe herzustellen: entspannt, ohne Distanz, und mit dem Eindruck, als würde er direkt am Tisch mitreden statt von oben herab zu performen.
So erzählte Kebe von seinen Tagen in der Kreisliga D, von seiner Familie und natürlich von seiner Beziehung – ganz so, als würde er seinem Publikum ein paar private Alltagsgeschichten anvertrauen. Sein Programm trägt den Titel „Aha? Egal“, und wenn man daraus eine zentrale Botschaft ziehen will, dann diese: Das echte Leben spielt sich irgendwo zwischen Sofa und Bolzplatz ab – und das ist nicht nur okay, sondern vielleicht sogar ziemlich gut.
Ein Beispiel liefert Kebe mit seinem Blick auf den eigenen Vater: Früher habe ihn genervt, wie der als Rentner stundenlang vor dem Fernseher sitze – Laptop auf den Knien, parallel noch durchs Internet klickend. Inzwischen sieht er darin eher ein Lebensziel: Fernsehen plus Internet – das sei, wie Kebe sagt, „der verdammte Traum“.
Dass sein Monolog nie eintönig wurde, lag auch an seinem Talent, das Publikum immer wieder in sein eigenes, leicht schräges Gedanken-Kino mitzunehmen. So ließ er zum Beispiel die Idee fallen, gemeinsam mit seinem Vater einen Penny-Markt auszurauben – als Familienprojekt, quasi. Und während er sich lässig am Mikrofonständer abstützte, überlegte er, wie man die Mutter dabei noch einbauen könne. Sein Vorschlag: Sie würde wahrscheinlich Brote schmieren.

