In Niederlahnstein berichten Anwohner seit Jahren von nächtlichen Besuchen durch Wildschweine. Tiere durchwühlen Beete, beschädigen Rasenflächen und kippen Komposter um. Fachleute und die Stadtverwaltung sehen als Hauptursache leicht zugängliche Nahrungsquellen in privaten Gärten und falsch entsorgtem Grünschnitt.
Vorkommen und Gründe
Das Auftreten in den Höhen von Niederlahnstein ist kein Einzelfall. Auch an anderen Siedlungsrändern kommt es vermehrt zu Begegnungen. Wildschweine sind anpassungsfähig und lernfähig. Wenn Gärten, Komposthaufen oder offen gelagerter Grünschnitt energiereiche Nahrung bieten, nutzen die Tiere dieses Angebot und kehren wiederkehrend in Wohngebiete zurück oder verbleiben, wenn verwilderte Flächen vorhanden sind.
Ergebnisse der Begehungen
Bei mehreren Begehungen haben Fachleute zusammen mit der Stadtverwaltung Schäden, Verbreitung und mögliche Ursachen dokumentiert. Im Zentrum der Beobachtungen steht Gartenabfall. Für die Tiere handelt es sich nicht um Abfall, sondern um eine reichhaltige Nahrungsquelle. Gefunden wurden Fallobst, Gemüsereste, Wurzeln und Knollen aus Beeten, Samen, Nüsse sowie Regenwürmer und Insektenlarven im feuchten Schnittgut. Auch das Umgraben von Rasensoden ist häufig zu sehen.
Besonders gärender oder feuchter Grünschnitt entwickelt starke Gerüche, die Wildschweine aus mehreren hundert Metern wahrnehmen können. Sobald die Tiere angelockt sind, erkunden sie angrenzende Gärten und öffentliche Flächen. Sichtbare Folgen sind umgegrabene Rasenstücke, beschädigte Beete, umgestoßene Komposter und zerstörte Garteneinfassungen.
Empfohlene Maßnahmen für Anwohner
Eine Bejagung innerhalb von Wohngebieten ist nicht erlaubt. Intensive Jagd allein im Wald löst das Problem daher nicht. Die Untersuchungen legen nahe, dass die nachhaltigste Lösung in der Gestaltung des unmittelbaren Umfelds liegt. Geschlossene und wildtiersicher aufgestellte Komposter, wildtiersichere Zäune und die korrekte Entsorgung von Grünschnitt reduzieren verfügbare Nahrungsquellen.
Das Ziel ist einfach: Wenn es in den Gärten nichts mehr zu holen gibt, orientieren sich die Tiere wieder vermehrt in den Wald. Prävention und konsequentes Verhalten der Anwohner gelten damit als wirksamste Mittel gegen wiederkehrende Schäden.
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