Die Verbandsgemeinde Montabaur hat wegen knapper Wasserreserven die Alarmstufe Gelb ausgerufen und die Bevölkerung zum Wassersparen aufgefordert. Parallel dazu erneuern die Werke die Versorgung rund um Niederelbert: Drei neue Transportleitungen und ein Quellsammelschacht sollen künftig bis zu 250.000 Liter Quellwasser pro Tag sichern und die Versorgungssicherheit erhöhen.
Ausgangslage
Oberhalb von Niederelbert sammeln zwei ergiebige Quellen Wasser, das bisher zunächst im alten Hochbehälter aus dem Jahr 1920 zusammenlief und dann zur Aufbereitung in den 1968 errichteten neuen Hochbehälter gepumpt wurde. Dieselbe alte Leitung transportierte zudem Wasser von der Montabaurer Höhe. Die Kapazität reichte häufig nicht aus, so dass täglich zwischen 150.000 und 250.000 Liter frisches Quellwasser ungenutzt abgeleitet wurden. Der Werkleiter Andreas Klute bezeichnet dies als nicht mehr hinnehmbar und nennt zudem den maroden Zustand und die veraltete Technik des alten Behälters als weiteren Handlungsbedarf.
Neue Leitungen sollen Engpässe beseitigen
Seit August letzten Jahres bauen die Verbandsgemeindewerke drei neue Transportleitungen mit einer Gesamtlänge von rund 3,5 Kilometern. Eine Leitung führt direkt von der Montabaurer Höhe zum neuen Hochbehälter oberhalb des Gewerbegebiets Stockland und ist bereits in Betrieb. Eine zweite Leitung verläuft vom Standort des alten Hochbehälters zur gleichen Anlage und wurde fertiggestellt, befindet sich aber noch nicht im Betrieb. Die dritte Leitung, die derzeit gebaut wird, bringt das aufbereitete Trinkwasser vom neuen Hochbehälter in die Ortslage von Niederelbert und ersetzt die bisherige Leitung aus den 1960er Jahren, die in den letzten Jahren wiederholt zu Störungen im Bereich des Gewerbegebiets geführt hat.
Quellsammelschacht, Technik und Kosten
Als zentrales Element der Baumaßnahme entsteht am Waldrand ein vorgefertigter Quellsammelschacht mit einem Durchmesser von drei Metern. Das runde Fertigteil wird vollständig in die Baugrube gesetzt und sammelt künftig das Wasser beider Quellen, bevor es zur Aufbereitung in den neuen Hochbehälter gepumpt wird. Eine intelligente Pumpensteuerung sorgt dafür, dass die Pumpen nur dann anspringen, wenn der Sammelbehälter gefüllt ist. Nach Angaben der Werkleitung spart dieses Verfahren Energie, weil die Pumpen bedarfsgesteuert laufen und die moderne Technik insgesamt stromsparender ist als die bisher eingesetzten Anlagen.
Der alte Hochbehälter wird abgerissen, sobald das neue System in Betrieb ist. Die Umbaumaßnahmen kosten rund 800.000 Euro und werden von der Firma Paul Heibel Tief und Straßenbau aus Herschbach ausgeführt.
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