In der Verbandsgemeinde Montabaur sind jetzt zehn Orte als Anlaufstellen ausgewiesen, an denen Besucherinnen und Besucher ihre mitgebrachten Trinkflaschen kostenlos mit Leitungswasser auffüllen können. Die Aktion zielt darauf ab, Einwegplastik zu vermeiden, Transportemissionen zu reduzieren und die Versorgung mit Trinkwasser unterwegs zu erleichtern, was insbesondere bei Hitze Relevant ist.
Standorte in der Region
Mehrere Bäckereien, Gaststätten und öffentliche Einrichtungen beteiligen sich an dem Angebot. Ninks Backstube stellt an vier Standorten Wasser zur Verfügung, unter anderem in der Bahnhofstraße in Montabaur sowie in ihren Cafés in Welschneudorf und beim Gartenfachmarkt in Heiligenroth. Wandernde und Radfahrende können zudem in den Restaurants Wirzenborner Liss im Gelbachtal und in der Studentenmühle im Eisbachtal ihre Flaschen auffüllen. Weitere Standorte sind der Wildpark Westerwald in Gackenbach, das Familienferiendorf in Hübingen sowie die Touristinformation am Großen Markt und die Stadtbibliothek in der Sauertalstraße in Montabaur. Ein hellblauer Aufkleber mit einem Tropfen an der Tür zeigt an, wo das Angebot genutzt werden kann.
Warum die Aktion gestartet wurde
Initiatoren sind die Leiterin der Touristinformation und der Klimaanpassungsmanager der Verbandsgemeinde. Nach Angaben der Touristinformation besteht häufig Nachfrage danach, wo unterwegs Wasser erhältlich ist. Der Klimaanpassungsmanager bezeichnete das Angebot als einen praktischen Beitrag zur Hitzevorsorge im ländlichen Raum und verwies auf längere und intensivere Hitzeperioden durch den Klimawandel. Für beteiligte Gewerbetreibende ist das Angebot zugleich ein Ausdruck von Gastfreundschaft. Eine Teilnehmerin aus dem Bäckereibetrieb sagte, es sei möglich, dass Besucherinnen und Besucher beim Auffüllen ein Produkt erwerben oder einen Kaffee trinken, dies sei aber keine Voraussetzung für die Nutzung des Wassers.
Hintergrund und Mitmachen
Das Refill Konzept entstand 2015 in England und wurde seitdem international verbreitet. In Deutschland wird die Bewegung von gemeinnützigen lokalen Initiativen koordiniert; landesweit gibt es bereits tausende registrierte Stationen. Teilnehmen können nach Angaben der Verbandsgemeinde alle Einrichtungen mit festen Öffnungszeiten, die das Befüllen einer Flasche am Wasserhahn ermöglichen. Das kann durch Personal geschehen oder durch ein für Besucher zugängliches Waschbecken. Als mögliche Partner werden unter anderem Restaurants, Cafés, Apotheken, Einzelhandelsgeschäfte, Arztpraxen, Sportstudios und Tankstellen genannt. Die Verantwortlichen vor Ort werben um weitere Mitmachende und bieten Unterstützung bei der Anmeldung an.
Die Organisatoren heben hervor, dass das System mit geringem Aufwand auskommt und zugleich zur Reduktion von Plastikmüll und CO2 Emissionen beitragen kann. Vor allem an heißen Tagen bietet das Angebot eine einfache Möglichkeit, unterwegs an kühles Trinkwasser zu gelangen.
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