Donnerstag, 28.05.2026

Ab Juni digital: Westerwaldkreis zentralisiert Baugenehmigungsverfahren

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Der Westerwaldkreis schaltet seine Baugenehmigungsverfahren vollständig auf digitale Abwicklung um. Ab Juni sollen Anträge, Kommunikation und Bescheide elektronisch laufen. Die Kreisverwaltung verspricht dadurch kürzere Bearbeitungswege, weniger Papier und mehr Transparenz für Bauherrn und Planende.

Was sich ändert

Die bisher üblichen Papierakten und Postwege entfallen. Die Einreichung der Unterlagen erfolgt künftig über das Portal Digitale Baugenehmigung. Damit wird die bisherige Einreichung über die jeweils zuständige Verbandsgemeinde abgeschafft. Bauanträge werden künftig direkt bei der Kreisverwaltung gestellt. Freistellungsverfahren bilden eine Ausnahme. Neben Bauanträgen sollen auch Bauvoranfragen, Verlängerungsanträge und Freistellungsanzeigen digital eingereicht werden.

Technische Voraussetzungen und Ablauf

Voraussetzung für die Nutzung ist eine zentrale Behördensauthentifizierung. Antragsteller benötigen eine BUND ID oder Mein Unternehmenskonto, das im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes geführt wird. Über diese Anmeldung melden sich Bauherrn und Planende im Portal an und geben dort alle erforderlichen Angaben ein. Pläne, Baubeschreibungen und Nachweise werden als PDF hochgeladen.

Die Bauaufsicht prüft die Unterlagen digital und bezieht die zuständigen Fachbehörden elektronisch mit ein. Die gesamte Kommunikation zwischen Antragstellenden und Verwaltung soll über das Portal laufen. Die abschließende Genehmigung steht als PDF zum Herunterladen bereit.

Erwartete Folgen für Antragstellende und Verwaltung

Die Kreisverwaltung nennt als Ziele geringere Bürokratie, beschleunigte Abläufe, Schonung von Ressourcen und eine effizientere Abstimmung der beteiligten Stellen. Der Leiter des Kreisbauamtes Armin Bendel bewertet den Schritt als Antwort auf langjährige Forderungen von Bauherrn und Architekten nach einem moderneren und transparenteren Ablauf. Er sagt, dass die Plattform übersichtlich und intuitiv gestaltet sei und dass die Legitimation über die Bund ID zunächst für manche Nutzenden ungewohnt sein könne, die Vorteile aber überwiegen.

Wie schnell sich Bearbeitungszeiten tatsächlich verkürzen und ob der digitale Austausch in allen Fällen reibungslos funktioniert, bleibt in der Praxis zu beobachten. Für Antragstellende bedeutet die Umstellung, sich vorab mit den technischen Voraussetzungen vertraut zu machen und die erforderlichen Konten einzurichten.

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